MEMBER OF THE WEEK: LENA LÖGTERS

Die selbstständige Grafikdesignerin und Illustratorin beschäftigt sich gern mit seltsamen Tierchen und lässt in ihren Arbeiten Platz für den schönen Blick aufs Leben. Wie es für sie ist im betahaus zu arbeiten und was sie sonst noch bewegt verrät sie uns im Interview.

Lena, Du bist ja Grafikerin und Illustratorin. Was sind in dem Bereich Deine Steckenpferde und mit was beschäftigst Du Dich am liebsten?

Mein Arbeitsschwerpunkt ist die Illustration für wissenschaftliche Themen. Hier setze ich mich mit geschichtlichen und naturkundlichen Themen auseinander und entwerfe für Museen, Illustrationen, Infografiken und Konzepte, um dem Besucher die Themen der Wissenschaft bestmöglich nahezubringen. Wichtig ist mir, stets zu zeigen, dass Wissenschaft nicht grau und langweilig ist, sondern ein kreativer Schaffensprozess.
Neben diesem Hauptschwerpunkt entwerfe ich Logos, Webseiten, Hochzeitseinladungen, Karnevalsorden und vieles mehr. Ich bin gespannt, was mich als Illustrator und Grafikdesigner in nächster Zeit noch an bunten Aufträgen erwartet.

Wie bist Du zu Grafikdesign/zu Illustration gekommen und wie und warum hast Du Dich dann für die Selbstständigkeit entschieden?

Ich habe handwerkliche Arbeiten stets gemocht; Nähen und Zeichnen haben mich in meiner Jugend besonders interessiert. Nach dem Abitur entschied ich mich für den Studienbereich Kunst und Design. Mein erster Gedanke war Modedesign. Für den Studiengang bedarf es einer Aufnahmeprüfung und guten zeichnerischen Fähigkeiten. Über das intensive Zeichnen, kam ich auch mit dem Thema Illustration in Kontakt. Damit konnte ich mich noch besser identifizieren. So kam ich zu dem Wunsch, Illustratorin zu werden und die Welt in Bildern zu erklären. Daraufhin studierte ich in Münster Design.
Die Selbstständigkeit ist bei Illustratoren nichts Außergewöhnliches, da es kaum Festanstellungen gibt. Während des Studiums lernt man bereits die Buchmessen kennen, sich mit seinen Arbeiten zu präsentieren und Kontakte aufzubauen.
Ich habe während des Studiums erste Projekte begleitet und mich so gut es ging auf die Selbständigkeit vorbereitet.

Hast Du einen bestimmten Anspruch an ein Design/eine Illustration?

Geht es um die Arbeit, sind die meisten Designer Perfektionisten. Sie achten auf die vielen Kleinigkeiten im Design. Als Grafikdesignerin bin ich auch sehr genau, als Illustratorin ist mir der Ausdruck einer Zeichnung besonders wichtig. Eine Zeichnung muss handwerklich nicht perfekt sein, aber ohne Botschaft und Ausdruck, ist es keine Illustration, sondern nur eine Zeichnung.

Gibt es besondere Lieblingsmomente bei Deiner Arbeit oder ein besonders schönes Highlight aus Deinem Werdegang?

Mein liebster Moment: Wenn andere Leute etwas in meinen Illustrationen sehen und sie besonders mögen. So sehr, dass sie es kaufen und bei sich zu Hause aufhängen möchten. Das ist die größte Wertschätzung für mich und meine Arbeit.
Meine Highlights: Auf einer Ausstellungseröffnung hat mich jemand um ein Autogramm gebeten, da ihm meine Arbeiten so gefallen haben. Das fand ich ganz schön aufregend.

Wie schätzt Du die Situation für Grafiker im Kölner Raum ein? Kannst Du den jetzigen Grafikdesign-Absolventen einen Weg in die Selbstständigkeit empfehlen? Oder hast Du Tipps für Neulinge in dem Bereich?

Als Illustrator würde ich persönlich sagen, dass Illustration oder auch Grafikdesign ein Bereich sind, der häufig sehr schlecht bezahlt wird. Viele Designer bieten Ihre Leistungen unverhältnismäßig günstig an und das ruiniert natürlich den Markt und die Preise. Die Verlage und Auftraggeber wissen, wie günstig ein Designer sein kann. Hiervon sollte man sich jedoch frei machen und nicht meinen, das muss so sein. Gute Arbeit hat seinen Preis und es kommt darauf an, ob es jemandem das Geld wert ist, oder nicht. So kommt man am Ende auch zu den richtigen Auftraggebern die gutes Design schätzen und dementsprechend bezahlen.
Als Tipp für die Neulinge: Nichts persönlich nehmen und nicht aufregen. Immer schön umtriebig sein, dann bekommt man auch Projekte, besonders dann wenn man es nicht erwartet.

Wie bist Du zum betahaus gekommen und hat das Thema Coworking einen direkten Einfluss auf Deine Arbeit?

Im Internet bin ich vor einem Jahr zufällig auf das betahaus gestoßen. Ich war bereits in einem kleinen Gemeinschaftsbüro, fand das Modell betahaus mit seinem großen, vielfältigen Netzwerk von Freiberuflern grandios und dachte, das ist genau das, nachdem ich gesucht habe. Das Coworking wirkt inspirierend auf mich, da man fast täglich neue Leute kennenlernt und stets interessante Gespräche, nette Freundschaften und neue Projekte entstehen. Die Dynamik im Haus ist sehr wohltuend für den täglichen Arbeitsprozess und unersetzbar zum alternativen Home Office.

Vielen Dank Lena!


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